www.ratgeber-aussteigen.de
Startseiteüber unsReiseberichte

NEPAL 2014/15
Kathmandu: 29.11.14

Im Morgengrauen landen wir in Kathmandu und finden hundemüde unser vorgebuchtes Hostel.

Nach einer Dusche und einer Prise Schlaf stürzen wir uns sogleich ins Getümmel von Mopeds, Tuctucs, Rikschas, LKW und Fussgängern, staunen und erledigen einige Einkäufe.

Am zweiten Tag wagen wir uns mit den Fahrrädern in den wirren Verkehr und bringen die mitgebrachten Medikamente ins von Deutschland unterstützte Zahnhospital.

Auch auf dem Land ist samstags Waschtag, nur wird hier im Fluss und an Brunnen gewaschen - alles und von Kopf bis Fuß.

Wenn die Sonne sich durch die Smogschwaden kämpft, haben wir es warm bei 18 Grad Celsius.

In der Altstadt ist nur noch zu Fuß ein Vorankommen möglich. Es scheint, als wäre ganz Kathmandu auf den Beinen und wuselt rund um das Weltkulturerbe der alten Tempel auf dem Durbar Square.



Dhunche: 3.12.14

Nach drei Tagen in der lauten Stadt sind wir froh, das smog- und staubgeplagte Kathmandu zu verlassen.

Sogleich wird es steil entlang der Reis- und Gemüse-Terrassenfelder und kleinen Dörfer, dessen Kinder uns lachend umzingeln und begleiten.

In einem Dorf am Wildfluss Trisuli, der aus dem Himalayagebirge kommt, bekommen wir ein Zimmer, das unsere Toleranz herausfordert.

An unserem zweiten Radeltag ist die Straße so steil, dass wir viel schieben müssen.

Außer uns sind auf der zum Teil groben Schotterpiste nur geländegängige Busse, LKW, Expeditionsfahrzeuge und Mopeds unterwegs.

Während wir schnaufen und schwitzen, sitzen die Affen grinsend in den Bäumen.

Endlich erreichen wir nach 40 km, 1600 Höhenmetern und 7 Stunden Anstrengung Dhunche.

Dieser kleine Ort liegt auf knapp 2000 m und ist der Ausgangspunkt für Trecks in den Langtang Nationalpark ist.

Die ersten Schneeriesen des Himalayagebirges sind sogar vom Guesthousezimmer zu sehen. Die hintere Reihe gehört schon zu Tibet.

Nach diesen ersten beiden sehr schweißtreibenden Biketagen nutzen wir den Ruhetag, um die Permits für den Nationalpark zu kaufen und unseren mehrtägigen Treck vorzubereiten.

Bisher wurde es morgens schnell warm und die Temperatur stieg bis auf 18 Grad Celsius, doch abends wird es ebenso schnell empfindlich kalt.

Die dicken Schlafsäcke haben bereits für unser Wohlbefinden gesorgt. Die Zeit der langen Unterhosen naht.







Syabrubesi: 13.12.14

Im Langtang-Nationalpark haben wir inzwischen zwei längere Teehaus-Trecks gemacht.

Zum Einlaufen ging es zunächst von Dhunche zum Gosaikunda-See auf 4200m.

Viele der mit Solarenergie versorgten Gasthäuser liegen auf der Strecke, aber nur noch wenige Wanderer waren unterwegs.

Anschließend wanderten wir fünf Tage im Langtang-Tal bis zum Dorf Koyanjin Gumba, das wunderschön unterhalb einiger gletscherbedeckter 6-Tausender liegt.

Die Dörfer im Tal werden ausschließlich von Lastenträgern und Maultieren mit Lebensmitteln und schwerstem Baumaterial versorgt.

Da es abends sehr kalt wurde, saßen wir nur kurz am warmen Hozofen und krochen dann schnell in unsere warmen Schlafsäcke.

An dem heutigen Ruhetag sind wir, dem Trisuli-Fluss folgend, auf einer staubigen Schotterpiste bis an die chinesische Grenze geradelt, wo ein reger Handel zwischen Tibetern und Nepali stattfindet.

Von der Dachterrasse unserer Unterkunft blicken wir auf eine riesige laute Hochzeitsfeier, die uns schon die letzte Nacht den Schlaf raubte.





Pokhara: 17.12.14

Es hat geregnet und viele Straßen haben sich in gefährliche Schlammpisten verwandelt.

Wir stoppten einen Bus, handelten einen Fahrpreis aus und quetschten uns zwischen Ziege und andere Fahrgäste.

Nach stundenlangem Geschaukel und unvorstellbaren Überholmanövern waren wir froh, den Bus wieder verlassen zu können.

In der Touristenstadt Pokhara fanden wir eine passable Unterkunft, die wir in den kommenden Wochen als Basislager für einige Trekking- und Radtouren im Annapurna-Gebiet nutzen wollen.

Unsere Ausrüstung haben wir um weitere warme Jacken ergänzt, denn bereits im Tal ist es wirklich kalt und Heizungen gibt es hier nicht.



Pokhara: 25.12.14

Bereits mit dem Fahrrad erkundeten wir die Umgebung von Pokhara und staunten über die ersten großartigen Ausblicke auf den Himalaya.

Dann brachen wir zu einer siebentägigen Wanderung im Annapurnagebiet auf. Viele Dörfer liegen verstreut in den steilen Bergen und bis zur Höhe von 3000 m gibt es auf den Terrassenfeldern Reis- und Gemüseanbau.

Ab 3100 m Höhe liefen wir im Schnee und erreichten das "ABC" Annapurna Base Camp 1000 m höher.

Wir waren überrascht, dass trotz Nebensaison und winterlicher Verhältnisse so viele Andere, vor allem Südkoreaner, das gleiche Ziel hatten.

Auf der weiteren Tour beeindruckte uns besonders der dschungelartige Bergregenwald, in dem die Affenbande turnte.

Vom Deurali-Pass aus hatten wir Spitzenausblicke auf die beiden 8000er Annapurna 1 und Dauralaghi. Von hier aus ging es wieder abwärts.

Heiligabend verbrachten wir in einem netten Guesthouse zusammen mit einem brasilianischem und einem amerikanischen Paar bei ein paar Flaschen Mount Everest Bier.

Heute brachte uns ein knallvoller Bus zurück nach Pokhara, wo wir unsere Bikes und restlichen Sachen im Hotel verstaut hatten.

Frisch gewaschen flattert nun die Kleidung auf der Dachterrasse und wir freuen uns über's Internet, die Annehmlichkeiten der Stadt und die Wärme auf nur 800 m Höhe.





Pokhara: 3.01.2015

Das Neujahrsfest ist vorbei und unsere Radtour in Richtung Jomsom haben wir gerade noch rechtzeitig beenden können, bevor es in den Bergen erneut zu heftigen Schneefällen kam.

Nun sitzen wir bei Dauerregen in Pokhara und schauen, wie wir Schuhe und Wäsche wieder trocken bekommen.

Da es hier nur stundenweise Strom gibt, sind Licht zum Lesen oder Wasserkochen sowie die Nutzung von Internet oder gar Wäschetrockner stets ein Glücksspiel.

Dafür jedoch ist die Versorgung mit Bier und Rotwein sichergestellt und auch beim Essen gibt es einige schweißtreibende Speisen zu experimentellen Versuchen.



Lumbini: 9.01.15

Kaum hatten wir Pokhara verlassen, letzte Blicke auf die Schneeberge geworfen und einige Pässe überwunden, rollten wir 40 km abwärts ins Flachland.

Auch auf dieser Strecke riefen uns Kinder schon aus großer Entfernung lachend "Namaste" oder "Bye Bye" zu.

In Butwal ging es quirlig und staubig zu, nur die Kühe haben die Ruhe weg.

Ganz nahe der Grenze zu Indien liegt Lumbini, der Ort, wo Buddha geboren wurde. Buddhisten aus aller Welt pilgern hierher.

Uns begegneten unter anderem Ochsen, Affen, Hirsche und leider ebenso zahlreiche Mücken.

Und nachts lärmten Stromgeneratoren, kämpfende Straßenhunde und Hähne um die Wette.



Thakurdwara: 15.01.15

Drei Tage radelten wir durch Nebel und Nieselregen.

Wegen eines mehrtägigen Streiks fuhren weder Busse noch LKW.

So teilten wir die Straße nur noch mit unzähligen anderen Radfahrern, Mopeds und Ochsenkarren.

Hier im abgelegenen Bardia Nationalpark haben wir den bisher schönsten Ort und sogleich den westlichsten Punkt unserer Nepalreise erreicht.

Mit einem Führer durchstreiften wir den Park zu Fuß.

In der Ferne graste ein Nashorn und Krokodile dösten auf einer Sandbank im Fluss.

Nur Tiger, deren frischen Spuren wir den ganzen Tag folgten, bekamen wir nicht zu Gesicht.

Abends erzählten die Guides am Lagerfeuer von den zahlreichen Auseinandersetzungen mit wilden Elefanten und Nashörnern, die vom Park aus in die angrenzenden Reisfelder eindringen.

Der trennende Elektrozaun wird bei jedem "Besuch" einfach plattgemacht.





Sauraha: 21.01.15

Mit unseren Fahrrädern auf dem Dach eines Expressbusses fuhren wir zum Chitwan Nationalpark.

Es wird wieder landesweit gestreikt und überall sind Kontrollstellen von Polizei, Militär und Demonstranten.

Aber alles verläuft friedlich und in alter Gewohnheit.

Leider können wir keine Fotos mehr einstellen, da die veraltete PC-Technik in den Internet-Cafes immer wieder Probleme bereitet und ganze Ordner von unseren Speichermedien verschwinden lässt.

Bereits vom Ortsrand konnten wir mehrere Male Nashörner und Krokodile beobachten.

Und im Ort selbst bestimmen Reitelefanten auf dem Weg zu den Touristensafaris das Bild.



Jiri: 3.02.15

In der angeblich saubersten Stadt Nepals haben wir uns ein Motorrad ausgeliehen, um nach Daman zu gelangen.

Von hieraus hat man einen fantastischen Blick auf den ganzen Himalaya.

Ganz im Osten sahen wir das erste Mal den Mount Everest.

In Janakpur, einer unglaublich dreckigen Handelsstadt nahe der indischen Grenze sind die zahlreichen Teiche und Abwasserrinnen ideale Brutstätten für Moskitos.

Selbst im Hotelzimmer brauchten wir das Moskitonetz.

Nur die berühmten Tempelanlagen und die bunten Märkte waren wirklich sehenswert.

So waren wir froh, die Terrai-Tiefebene mit ihrem dichten Nebel, staubigen Straßen und ausgetrockneten Flussbetten zu verlassen, um nach einigen großartigen, aber anstrengenden Pässen wieder in die Berge zu kommen.

Zur Zeit blühen die Rhododendronbäume in verschiedenen Rottönen.

Hier in Jiri beginnt der Treck zum Mount Everest, zu dem wir nach einem Ruhe- und Waschtag aufbrechen.





Shivalaya: 10.02.15

Die achtägige Rundwanderung auf dem Treck in Richtung Mount Everest war ein weiteres Highleight.

Über mehrere Pässe ging es immer wieder rauf und runter vorbei an kleinen Sherpa-Dörfern durch eine wunderschöne Landschaft.

Nach einer kalten Nacht auf 3500m haben wir die seltenbegangenen Gipfel von Pike 1 und Pike 2 bestiegen.

Dort wehte ein eisiger Wind und das mitgeführte Trinkwasser gefror zu Eis.

Doch der Ausblick auf die gegenüberliegenden 8000er war überwältigend und wir konnten mit dem Fotografieren gar nicht mehr aufhören.



Bhaktapur: 18.02.15

Unsere Reise nähert sich nach drei Monaten, 2000 Rad- und 500 Wanderkilometern langsam dem Ende.

Die Weltkulturerbe-Stadt Bhaktapur ist wie ein einziges Museum mit aufwändig verzierten Pagoden und Schreinen, versteckten Gassen und Hinterhöfen.

Auf unseren Streifzügen durch die Altstadt fühlen wir uns um Jahrhunderte zurückversetzt.

Die ganze Nacht wurde das Shiva-Fest gefeiert und die Menschen standen Schlange vor den Tempeln zum Beten und vor den tiefen Wasserbrunnen zum Wasserholen.

Jetzt sind es nur noch 30 Kilometer bis nach Kathmandu, von wo wir in vier Tagen zurückfliegen werden.





SRI LANKA 2011
Negombo: 04.11.11
Gleich am Flughafen wurden wir von üppigem Grün, schwüler Hitze und kleinen Streifenhörnchen empfangen.

In Negombo wollen wir uns etwas aklimatisieren und ein paar Einkäufe für die bevorstehende 12-wöchige Radtour durch Sri Lanka erledigen.


Alankuda: 08.11.11

Inzwischen haben wir uns mit Heidrun und Gerd getroffen und eine gemeinsame Bootstour unternommen.

Dutzende von Delfine begleiteten uns.

Viele Fischer haben kein Motorboot und fischen deshalb mühevoll von Land aus.


Puttalam: 11.11.11

Die meisten Läden sind geschlossen, denn viele Moslems sind in der Moschee zum Beten.

Wir machen uns dennoch auf die Suche nach Brot, Bier und einer Salbe für einige schwer heilenden Wunden.

Kurz vor der Reise ist Gabi nämlich nach einer Feier im dichten Nebel mit ihrem Fahrrad in einem Stacheldrahtzaun gelandet.

Zum Ausgleich habe ich bei einem Haarschnitt meine Haare eingebüßt und heute einen ordentlichen Stromschlag abbekommen.



Anuradhapura: 14.11.11

In dieser alten heiligen Stadt sitzen wir gerade fest, da sich Gabis Entzündungen am linken Bein weiter verschlimmert haben.

An Herumlaufen oder Radfahren ist nicht zu denken und sie muss jeden Tag zum Arzt.

Hoffentlich helfen die vielen Tabletten bald ...

Anuradhapura: 18.11.11

Vor vier Tagen ging plötzlich alles ganz schnell.

Im stark angeschwollenen Fuß zeigten sich die ersten schwarzen Bereiche.

Zwei Stunden nach Ankunft im Krankenhaus wurde Gabi unter Vollnarkose operiert. Die anschließende Nacht mussten wir dort bleiben.

Viele freundliche Krankenschwestern und noch mehr Mücken kümmerten sich um uns. Gabi muss seitdem starke Antibiotika schlucken und das Bein hoch halten.

So verbringen wir unsere Tage im Hotel und warten darauf, dass sich die große Wunde wieder verschließt.



Kandy: 25.11.11

Nach fünf Stunden halsbrecherischer Fahrt spuckte uns der überfüllte Linienbus in Kandy aus.

Seit Tagen regnet es stark, viele Küstenbereiche sind überflutet.

Wir sitzen trocken im Hotelzimmer und verteidigen unsere Lebensmittel gegen Ameisen und herumtobende Affenhorden.

Nach wie vor muss Gabi alle zwei Tage ins Krankenhaus zum Wechseln des Verbandes.

Beruwala: 03.12.11

Die Krankenhausschwestern in Kandy gaben mir alles Notwendige mit auf den Weg, so dass ich die Wunde jeden 2. Tag selbst versorgen kann.

Sie sagten, dass sei sicherer, als ein gewöhnliches Krankenhaus aufzusuchen.

Nach über zwei Wochen saßen wir endlich wieder im Sattel.

Ein besonderes Erlebnis war es, den rund 60 Jumbos beim Baden zuzusehen.

Die folgenden beiden 70 km-Etappen waren aus Fitness- und Kreislauf-gründen ganz schön happig für mich.

An der für Ayurvedafans beliebten Westküste genießen wir bei weiterhin 36 Grad die Brise und den Indischen Ozean.



Galle: 07.12.11

Nach zwei schönen Tagen in dem Bade- und Surfort Hikkaduwa sind wir heute nach Galle geradelt, einem alten Fort mit vielen kleinen Gassen.

Gestern haben wir erstmals andere Radler (aus Holland) getroffen und mit ihnen einen lustigen Abend verbracht.

Tangalle: 11.12.11

Die Strände sind wirklich sehr schön und dennoch sind Hotels und Restaurants oft leer.

Die Spuren des Tsunamis vom 26.12.2004 sind immer noch zu sehen und trotz aller Gesetze wird das Zerstörte direkt am Wasser wieder neu aufgebaut.

Nur 400 km vom Äquator entfernt, haben wir hier nach 1000km auf dem Rad die Südspitze Sri Lankas erreicht.

Wegen der weiterhin schlecht heilenden Wunde an Gabis Bein und der einsetzenden Regenzeit beschließen wir, hier die Reise abzubrechen und nach Deutschland zurückzufliegen.





SÜDOSTASIEN 2007/08
THAILAND ...

Bangkok: 29.10.07

An Radfahren in dem Highwaygewirr von Bangkok war nicht zu denken.

Die Bus- und Bahnfahrten waren unkompliziert und abenteuerlich gleichermaßen.

Die Snackverkäufer im Zug schlängelten sich im engen Durchgang geduldig an unseren Fahrrädern vorbei.

In Ayutthaya fanden wir schnell ein schönes Zimmer. Trotz laufenden Ventilators war die Nacht ungewohnt heiß.

Heute erkundeten wir per Rad einige Tempel und Märkte.

Dabei blieben die vielen streunenden Hunde lieber schläfrig liegen, als uns nachzustellen.

Wie in einem Kuhstall standen Reitelefanten neben der Strasse, fraßen ihr Heu und warteten auf Gäste.



Khon Kaen: 02.11.07

Im Zentrum von Lopburi wurden wir von einer Horde Affen empfangen.

Überall auf den Stromleitungen, Hausfassaden und Verkehrsschildern treiben sie ihr Unwesen.

Das Zusammenleben mit den anderen Stadtbewohnern (Menschen, Hunde, Katzen, Ratten und Kakerlaken) verläuft dennoch sehr friedlich.

Im Land des Lächelns zeigt sich diese Harmonie auch in dem wahnsinnigen Verkehr.

Außer uns fahren nur sehr wenige mit dem Rad, denn Radfahrer gelten hier als arm.

In Khon Kaen bekamen wir heute problemlos unsere Visa für Laos, so dass wir diese laute und stinkende Großstadt verlassen können.



Loei: 06.11.07

Gut, dass wir Zelt und Kocher dabei haben.

So konnten wir in einem Nationalpark direkt am See übernachten, umgeben von großen Schmetterlingen und Riesen-Tausendfüsslern.

Nach einer 110km Radeletappe durch eine Hügellandschaft mit Reisfeldern, Palmenhainen und kleinen Dörfern freuten wir uns auf Dusche und Internet in Loei.

Dort gab es auch wieder unser neues Lieblingsgericht Kao Pat, Reis mit Gemüse. Mahlzeit!

Nongkhai: 09.11.07

Vom idyllischen Ort Chiang Khang radelten wir 200 km direkt am Mekong entlang nach Nongkhai.

Auf der anderen Seite des größten Flusses Indochinas liegt Laos.

Unterwegs wurden wir überall lachend und winkend begrüßt, egal ob aus der Hängematte oder vom Moped aus, denn Langnasen gibt es in den abgelegenen Dörfern eher selten zu sehen.

Die meisten Thai-Männer verbringen mindestens drei Monate als Mönch.

In orangenen Gewändern laufen viele von ihnen mit Zigarette und Handy herum - ein unerwartetes Bild.




LAOS ...
Vang Vieng: 13.11.07

Die Freundschaftsbrücke verbindet Thailand mit Laos.

Als wir die Uferseite wechselten, änderte sich der Links- in Rechtsverkehr.

In der Theorie, denn gefahren wird, wo Platz ist.

In der Hauptstadt Ventiane wurden wir zu Millionären, als wir 100 Euro in 1.300.000 Kip wechselten.

Der größte Geldschein ist ein 50.000er, umgerechnet 3,50 Euro, aber kaum einer kann so einen großen Schein wechseln.

Außerhalb der Stadt lässt der Verkehr bald nach, aber auch hier haben Autos und Mopeds längst die Fahrräder verdrängt.

In den kleinen Dörfern reihen sich kleine Läden, Werkstätten, Marktstände und Garküchen aneinander.

Die Kinder rufen fröhlich Sabadii oder Hello! Doch sonst ist Schluss mit lustig, denn es wird bergig und es gibt Klebereis.



Luang Prabang: 19.11.07

In den kleinen Bergdörfern unterwegs waren die Unterkünfte bescheiden und das Essen recht abenteuerlich.

Von gelben Blumen über Fledermäusen bis zu kleinen Singvögeln landet alles in der Pfanne.

Dafür herrscht jetzt in der lebhaften, ehemaligen Königsstadt wieder reichlich Überfluss, vor allem an Touristen!

Aber auch andere Reiseradler, von Norden aus China kommend, nutzen diesen Ort, um die Fettdepots wiederaufzufüllen, Bücher und Tourinfos mit uns auszutauschen.

Hier treffen wir auch Heidrun und Gerd.

"Don't wolly, I have boat!"

So brachte uns ein Slow-boat sicher durch die Stromschnellen des Nam Ous hinauf zu dem kleinen Dorf Muang Ngoi.

Hier gibt es weder Autos noch Mopeds und den Strom liefert ein Generator nur zwischen 18 und 22 Uhr.

Das Dorf und das einfache Leben seiner Bewohner faszinieren uns, so dass wir eine zweite Nacht in einer kleinen Bambushütte verbringen.







VIETNAM ...
Dien Bien Phu: 02.12.07


Weiter stromaufwärts führt uns ab Muang Khoua eine elendige Staubpiste zur verschlafenen Grenzstation Tay Trang und damit zurück in die "Gegenwart".

Jetzt genießen wir den Komfort einer richtigen Stadt mit Strom, Dusche und Internet.

Nur die Mülltonne ist noch nicht erfunden.

Son La: 05.12.07

Die letzten 160 Straßenkilometer waren eine einzige laute, staubige Dauerbaustelle, gespickt mit deftigen Pässen.

Wir gönnen unseren Rädern und Lungen (Staubsaugerbeuteln) deshalb einen staubfreien Tag, waschen den ganzen Dreck aus den Klamotten und begeben uns auf Nahrungssuche.

Hanoi: 08.12.07

Die Lieblingsbeschäftigung der Vietnamesen?

Richtig, das Hupen.

Möglichst oft, lange und laut, um andere von der Strasse zu jagen, um zu warnen, zu grüßen oder einfach so... .

Dieser Lärm stellt den eigentlichen Verkehrslärm deutlich in den Schatten.

Aber dennoch ist die Millionenstadt Hanoi faszinierend und mit unseren Rädern mogeln wir uns durch den chaotischen Verkehr - immer gelassen und bloß nicht stehen bleiben.

Mitten in der Altstadt schauen wir von unserem Minibalkon dem bunten Treiben zu.



Cat Ba: 13.12.07

Auf der Schnellstrasse von Hanoi zur Hafenmetropole Haiphong war die Luft mal wieder zu dick zum Atmen, so dass wir nach kurzer Radelei einen klapprigen Bus kaperten.

Die anderen Fahrgäste waren Reis- und Knoblauchsäcke.

Eine rostige Fähre brachte uns dann nach Cat Ba mitten in der bizarren Inselwelt der berühmten Halongbucht.

Hier sind der Himmel wieder blau und die Blätter wieder grün.

Nam Dihn: 17.12.07

Von Halong noch weiter nach Norden Richtung chinesische Grenze zu fahren war ein Fehler, denn die Strasse führte direkt durch Vietnams Kohlerevier.

Schwarz wie die Bergleute kamen wir in dem ungemütlichen Ort Cai Rong an.

Die Dusche war toll, aber selbst das Bier schmeckte nach Fisch.

Abgenervt von Lärm und Dreck sind wir jetzt wieder auf dem Weg nach Süden.

Zwar sind die meisten Vietnamesen freundlich und hilfsbereit, aber dennoch müssen wir leider immer aufpassen, nicht über den Tisch gezogen zu werden.

Und auch die hier im Land der Geisterfahrer übliche Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr ist für uns eine neue anstrengende Erfahrung.



Hue: 20.12.07

In Nordvietnam wird es zunehmend regnerisch.

Deshalb sind wir froh, nach endloser abenteuerlicher Busfahrt mit Stau und Reifenpanne in der alten Kaiserstadt Hue wieder blauen Himmel zu sehen.

Hoi An: 25.12.07

Melly clissmas! Für einen kurzen "Weihnachtsurlaub" haben wir den kleinen Hafenort Hoi An angesteuert, der etwas südlich des markanten Wolkenpasses und damit bereits im tropischen Teil Vietnams liegt.

Im Schatten von Imbissverkäuferinnen und Kokospalmen haben wir unseren ersten Strandtag mit lesen und baden verbracht.

Quy Nhon: 30.12.07

Halbzeit! Zwei Monate sind rum und 3000 Km stecken in unseren Beinen.

An die Spontanität der gegnerischen Verkehrsteilnehmer haben wir uns gewöhnt, daran, überall wie Zootiere angestarrt zu werden, jedoch nicht.

Außerplanmäßig ist die Regenzeit zurückgekehrt, so dass wir bis Sylvester in der angenehmen Atmosphäre dieser Stadt am Meer abwettern.

Nha Trang: 03.01.08

Happy new Year! Mit Rückenwind sind wir ins "Nizza Vietnams" gerauscht.

Ein sauberer !!! Strand sowie Hotels und Restaurants wie Sand am Meer!

Die Kontraste geben dieser Stadt die Würze.

Zum Beispiel rollen Rikschas neben Taxis, die Hotelangestellten tragen chice Uniformen und der Fischer in der Hafengasse tagsüber seinen Pyjama, während er seine Netze flickt.

Bao Loc: 09.01.2008

Eine neue, brutal durch den Regenwald gesprengte Bergstrasse ist die kürzeste Verbindung zwischen der Küste und dem Hochland von Dalat.

Nach 120 Km jedoch waren nacheinander unsere Trinkvorräte, die letzten Kraftreserven und das Tageslicht verschwunden.

Selbst über die Flasche Rotwein, die uns ein vorbeifahrender "Fan" schenkte, konnte wir uns nicht mehr so richtig freuen.

Aber das änderte sich schlagartig, als sich ein freundlicher LKW-Fahrer erbarmte, uns die letzten staubigen Kilometer mitzunehmen.

Da Lat selbst ist der Kurort der Vietnamesen, blumengeschmückt inmitten einer Landschaft aus Bergen, Kieferwäldern, Seen und Gewächshäusern.

Und längs der Strasse nach Bao Loc wechseln sich Weinberge mit Kaffee- und Teeplantagen ab.

Am Fluss 'Dong Nai' bogen wir ab in einen Nationalpark.

Die angebotenen Zimmer waren leider schimmelig und Zelten nicht erlaubt, so dass wir nur eine Nacht blieben.

Die Käfigaffen und -bären neben dem Verwaltungsgebäude klagen ebenfalls über ihre miserablen Unterkünfte.

Am Morgen erfreuten wir uns am tropischen Regenwald mit seinem dichten Grün und unbekannten Vogelstimmen.






Saigon: 12.01.08

Zurück in der realen vietnamesischen Lautstärke kämpften wir uns vorwärts bis zur Abzweigung in eine mäßig ausgeschilderte Nebenstrecke.

Die Ortsansässigen zucken mit den Schultern.

Sie kennen sich nicht aus, sehen vielleicht erstmalig in ihrem Leben eine Landkarte und zeigen immer wieder Richtung Hauptstraße.

Trotzdem radelten wir die letzten 85 km bis Saigon auf einer angenehm kleinen Straße und querten dabei zwei Flüsse per Fähre.

Eigentlich wollten wir einen großen Bogen um den Moloch machen... , nun sind wir doch in Saigon.



Long Xuyen: 18.01.08

Vor vielen Wochen sahen wir den Mekong das erste mal - an der Grenze zwischen Thailand und Laos.

Nun erleben wir ihn hier am südlichtsten Punkt unserer Reise erneut in einem riesigen Delta aus Seitenarmen und Kanälen.

Es herrscht ein dichter Schiffsverkehr und auf schwimmenden Märkten werden die vielen Erzeugnisse dieser fruchtbaren Region gehandelt.

Selbst im Wintermonat Januar ist es hier mit 35Grad schwülwarm, so dass die Klimaanlage in unserem Zimmer recht angenehm ist.

Hier beginnt auch unsere "Rückreise" nach Norden und von Kambodscha trennen uns nur noch 70km.





KAMBODSCHA ...
Phnom Penh: 21.01.08

Der Visabeamte an der kambodschanischen Grenze verlangte 10 Dollar zusätzliche "Bearbeitungsgebühr".

Nach kurzer Diskussion und Verweis auf unsere Fahrräder musste er sich mit einem Dollar begnügen.

Dann trafen wir Sabine und Christian aus Holland und radelten gemeinsam mit ihnen in die Hauptstadt.

Beim Abendessen gesellten sich auch noch Klaus (72) und Manfred (65) aus Köln zu uns.

Die beiden radeln seit Jahren zusammen durch Asien und haben viele Geschichten zu erzählen.

Wenn z.B. Klaus mit seinen 72 Jahren mal schlapp macht, ermuntert ihn Manfred mit: "He Junge, Du willst doch nicht etwa hier verrecken?"



Siem Reap: 29.01.08

Schon für den Besuch von Angkor Wat, des größten Tempelkomplexes der Welt, hat sich die Reise durch Kambodscha gelohnt.

Auch sonst fühlen wir uns hier sehr wohl, zumal die Englischkenntnisse vieler Khmer sogar für einfache Gespräche reichen.

Barfüßige Kinder zählen plötzlich in mehreren Sprachen bis zehn und beeindrucken uns mit Fachwörtern wie "Schnäppchen" als Einleitung für den geschäftlichen Teil, dem Verkauf von Souveniers.

Battambang: 31.01.08

Das Slowboat mit seinen undichten Holzplanken und dem stotternden Motor verkehrt täglich zwischen Siem Reap und Battambang.

Jeder Tourist sitzt 8 Stunden auf hölzernen 25 Quadratzentimetern, während die angespannten Gesichter gebannt auf die schmale Fahrrinne starren, sich die Körper ausgleichend dem schwankenden Boot entgegenstemmen und 3 Besatzungsmitglieder hoch konzentriert arbeiten.

Glücklich ist, wer eine der wenigen Schwimmwesten ergattert hat, die erstmal als Sitzpolster dient.

Unterwegs in den schwimmenden Dörfern werden weitere Personen und Ladung aufgenommen und abgesetzt.

Alles Leben spielt sich am, auf und im Wasser ab, wie beispielsweise Wäsche waschen, baden, der Gang zur Toilette, fischen, handeln, einkaufen, tanken.

Und obwohl es auf den Bambusplattformen keine Vorgärten und Hinterhöfe gibt, werden Schweine und Hühner gehalten.

Kambodschaner setzen sich lieber in den billigeren Bus, der auf der Buckelpiste bis Battambang nur 4 Stunden braucht oder zwängen sich auf die Ladefläche eines Kleinlasters.





Chanthaburi: 03.02.08

Selbst Mönchen kann man nicht immer trauen!

In Pailin, der früheren Hauptstadt der Roten Khmer, wies uns ein englisch sprechender Mönch die falsche Richtung.

So genossen wir eine nette Irrfahrt ins malaria- und minenverseuchte Grenzgebiet mit seinen abgelegenen Dörfern und vielen knurrenden Hunden.

Stunden später konnten wir dann aber den abgelegenen Grenzübergang nach Thailand problemlos passieren.





Thailand ...
Chao Lao Beach: 08.02.08

Einige Europäer mit lebensbe-ja-ender Figur, Goldketten und bunten Shorts vertreiben sich hier an diesem schönen Strand ihren Lebensabend mit jungen, wenig verliebt erscheinenden Thaifrauen.

Auf der abendlichen Suche nach einer Mitrauchgelegenheit stolpern wir in eine wilde Karaoke Party.

Abwechselnd werden uns Schnapsgläser und Mikrofone gereicht.

Dank mangelnder Sprachkenntnisse bleibt uns das Vorsingen erspart und unsere freundlichen Gastgeber begnügen sich mit unserem Mittanzen und vielen Erinnerungsfotos.



Bangkok: 18.02.08

Auf dem Weg in die 8 Mio. Metropole haben wir die Urlaubsorte Ko Samet und Pattaya besucht.

Es gibt sehr schöne Strände mit Palmen aber leider auch viel Müll.

Auch das Meer ist wegen fehlender Kläranlagen nicht wirklich einladend, was jedoch die Touristenmassen nicht vom Baden abschreckt.

Nach 6000 Km im Fahrradsattel geht eine faszinierende, manchmal aufreibende Reise durch vier ganz unterschiedliche Länder zu Ende. Jetzt freuen wir uns auf zuhause.