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Sabbatical - Sabbatjahr

"Im Sabbatical neue Horizonte entdecken ..."

Was ist eigentlich ein Sabbatical?
Ein Sabbatical, oft auch Sabbatjahr genannt, ist eine moderne Form der flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Der Name stammt vom hebräischen Wort „Shabbat“ ab und bedeutet „aufhören oder loslassen“. Bei diesem Modell kann man zeitlich befristet, meist für drei bis zwölf Monate, aus dem Arbeitsalltag aussteigen und danach wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Die freie Zeit wird durch Abbau von Arbeitszeitkonten (Überstunden) oder durch Gehaltsverzicht oder Gehaltsreduzierung möglich.

In Deutschland kann sich zwar jeder dritte Arbeitnehmer eine längere Auszeit vorstellen, aber nur etwa 3 Prozent realisieren tatsächlich eine berufliche Auszeit. Die Angst vor beruflichen Nachteilen oder zu großen finanziellen Einbußen schreckt viele ab. Dennoch gibt es immer mehr Unternehmen, die Sabbaticals anbieten und fördern. Und auch im Öffentlichen Dienst werden Sabbaticals im häufiger von Lehrern/Beamten beantragt.

Die gesetzliche Grundlage für Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft bildet das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) vom 1. Januar 2001. Diese Regelungen erlauben eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit, begründen jedoch keinen generellen Rechtsanspruch. Ein Arbeitgeber kann ein Sabbatical aus betrieblichen Gründen ablehnen. Auch für Beamte und gleichgestellte Angestellte gibt es in den Bundesländern entsprechende Angebote und Regelungen.

Rechtlich gesehen stellt ein Sabbatical eine einvernehmliche vertragliche Arbeitsbefreiung dar, in der die Pflicht zur Arbeitsleistung für einen befristeten Zeitraum ruht, die Nebenpflichten aber weiterhin bestehen bleiben.

Sonderfall: Wenn in der Auszeit Verwandte gepflegt oder Kinder gehütet werden, gibt es dafür einen gesetzlichen Anspruch auf eine sogenannte Pflegezeit bzw. Elternzeit. Trotzdem wird auch dann oft von einem Sabbatical gesprochen.

Tipps


Warum nehmen Menschen ein Sabbatical?
Viele Menschen leiden zunehmend unter Arbeitsdruck und Zeitmangel, fühlen sich wie im Hamsterrad und funktionieren nur noch im immer gleichen Trott. Eine längere Auszeit kann dazu dienen:
  • sich zu regenerieren, sich persönlich neu zu orientieren und neue Lebensfreude zu entdecken
  • Abstand zu gewinnen und neue Erfahrungen zu sammeln (z.B. Weltreise, soziales Projekt)
  • sich weiterzubilden oder eine Umschulung zu machen
  • private Projekte (z.B. Hausbau) zu realisieren
  • eine Weltreise zu machen, Neues zu entdecken und eigene Maßstäbe neu zu setzen
  • eine Elternzeit oder Pflegezeit zu verlängern
  • die Ehe zu retten
  • einem Burn-Out vorzubeugen...

Der große Vorteil für den Arbeitnehmer liegt in der fortlaufenden Weiterbeschäftigung. Und auch für den Arbeitgeber können sich viele Vorteile ergeben.




Wohnen im Auto Wer sollte eine Auszeit nehmen?
Aussteigen klingt erst einmal verlockend, jedoch nicht jeder ist der Typ dafür und nicht immer sind die Voraussetzungen günstig. Ein Sabbatical erscheint möglich und sinnvoll, wenn:
  • die Zeit für Familie, Freunde und Hobbies immer viel zu knapp bemessen ist
  • Du dich häufig leer und ausgebrannt fühlst
  • der Spaß an der Arbeit sinkt und die Unzufriedenheit mit der Lebenssituation wächst
  • Du einen großen Traum verwirklichen willst und das nicht erst im Rentenalter
  • der Wunsch nach Veränderung immer stärker wird
  • genügend Mut vorhanden ist, etwas Neues zu wagen und auch Risiken bzw. Veränderungen in Kauf zu nehmen
  • Du bereit bist, einen Ausstieg frühzeitig und sorgfältig zu planen
  • Du genügend Überstunden ansammeln oder Dir finanzielle Einbußen leisten kannst
  • Deine Familie Dich unterstützt und mitzieht
  • der Betrieb / die Behörde groß genug ist und moderne Arbeitszeitmodelle unterstützt



Wie kann ich ein Sabbatical vorbereiten? (siehe auch Kapitel Planung)
Ein Arbeitgeber ist verständlicherweise an störungsarmen Abläufen und nicht unbedingt an Zusatzaufwand interessiert. Eine Auszeit wird er nur dann befürworten, wenn sie rechtzeitig und sorgfältig geplant wurde und auch für den Vorgesetzten die Vorteile überwiegen. Kläre deshalb zunächst folgende Punkte:
  • Gründe für die angestrebte Auszeit: Was will ich in dieser Zeit machen?
  • Bestehende Regelungen und Erfahrungen in meinem Betrieb: Gibt es bereits Betriebsvereinbarungen? Hat schon mal jemand eine solche Auszeit genommen? Wenn dies so ist, sind die Chancen natürlich größer und der Klärungsaufwand geringer.
  • Günstigster Zeitraum für die Auszeit: Überlege, welcher Zeitraum für Dich aber ebenso für die Firma günstig wäre. Ein Projektabschluss, ein geplanter Abteilungswechsel oder Auftragseinbrüche sind gute Gelegenheiten. Zulange Fehlzeiten (länger als ein Jahr) können jedoch für alle Seiten nachteilig sein, wenn der Anschluss zu sehr  verloren geht und die Wiedereingewöhnung an betriebliche Abläufe immer schwieriger wird.
  • Finanzierung der Auszeit: Wird das Gehalt weiter bezahlt, kann ich Kosten reduzieren, reichen meine Ersparnisse? (siehe auch Kapitel Finanzierung)
  • Vorteile für das Unternehmen: Das können die Weiterentwicklung des Mitarbeiters sein wie z.B. neue Sprachkenntnisse, (Auslands-) Erfahrungen, neue Ideen und frische Motivation, aber auch die Überbrückung eines Auftragslochs, die Einsparung von Personalkosten und ein positives Firmenimage als moderner Arbeitgeber.
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  • Persönliche Zugeständnisse: Bin ich beim Zeitraum und beim Wiedereinstieg flexibel? Kann ich die Auszeit auch mit einer Weiterbildung (z.B. Fernstudium, Sprachkurs, gut für den Lebenslauf) verbinden? Akzeptiere ich veränderte Arbeitsbedingungen nach der Auszeit? (z.B. Abteilungswechsel, anderer Standort, andere Aufgaben, Gehaltsverzicht, ...) Bin ich in Ausnahmefällen für die Firma erreichbar?
  • Gespräch mit dem Chef: Dieses Gespräch sollte lange im Vorfeld geführt werden. Vereinbare einen günstigen Termin für ein persönliches Gespräch. Der Chef sollte nicht gerade im Stress, sondern gut drauf sein. Schildere die Vorteile für beide Seiten und mache auch gleich Vorschläge für die organisatorische Umsetzung (Zeitplan, Abwesenheitsregelung, Muster für Vertragsgestaltung, Wiedereinstiegsmöglichkeiten). Lass ihm Zeit für eine Entscheidung. Vielleicht kommt er ja auch auf die Idee, selbst mal eine Auszeit zu nehmen. Denn keiner ist unersetzlich und immer mehr begreifen, dass Job und Karriere nicht Alles sind im Leben ...
  • Sabbatical-Vertrag: hier sollten wichtige Vereinbarungen schriftlich festgehalten werden (s. u.).
  • Rückkehr an den Arbeitsplatz: Denke auch an Deine Rückkehr. Wie wird es sein? Nicht nur Du wirst Dich in dieser Zeit sehr verändern und neue Sichtweisen entwickeln, auch in Deinem beruflichen und privaten Umfeld kann in in einem Jahr viel passieren - oder auch nicht. Mit der richtigen Einstellung klappt auch der Wiedereinstieg! (s.u.)
  • Betriebsklima: Wie kann ich Kollegen mit einbeziehen und Gerede und Neid reduzieren?



Wie ermögliche ich die Auszeit?
Um für eine längere Zeit auszusteigen gibt es verschiedene Möglichkeiten:
  • unbezahlter Urlaub: Hierbei ruht das Arbeitsverhältnis, der Kündigungsschutz besteht aber weiter. Bei unbezahltem Urlaub ist man aber nur in den ersten vier Wochen des Urlaubs sozialversichert. Danach muss man sich selbst versichern!
  • Lebensarbeitszeitkonten: sind für das Sabbatical besonders geeignet. Auf diesen Langzeit-Konten werden Überstunden oder nicht genommener Urlaub angesammelt und für eine mehrmonatige Auszeit genutzt. Vorteil: Das Gehalt läuft weiter und auch die Sozialversicherungsbeiträge werden weiterhin vom Arbeitgeber bezahlt.
  • Teilzeit-Modelle: Der Arbeitnehmer arbeitet beispielsweise 40 Stunden pro Woche und bekommt aber nur 30 Stunden bezahlt. Die unbezahlten Stunden fließen wieder auf das Langzeit-Konto. In diesem Fall wäre z.B. ein freies Jahr bereits nach drei Jahren möglich! Mit dieser Sonderform ergeben sich bei einem Sabbatjahr dieselben Vorteile wie beim Lebensarbeitskonto.
  • Kündigung der Arbeitsstelle (mit Wiedereinstellungsgarantie oder Abfindung): Hier muss man sich natürlich selbst versichern! Diese Form kann besonders für den Arbeitgeber interessant sein, wenn er in Krisenzeiten Personal abbauen muss.



Welche Dinge sollten vertraglich geregelt sein?
Vertrauen ist gut aber alles, was bereits im Vorfeld sauber in einem Sabbatical-Vertrag geklärt wird, führt im Nachhinein nicht zu unnötigem Ärger oder Streit!
  • Wann beginnt und endet die Ansparphase und wann die Freistellungsphase?
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  • Welches monatliche Einkommen und welche Sonderzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Erfolgsprämien) werden weiterhin gezahlt?
  • Gibt es während der Auszeit auch normalen Jahresurlaub?
  • Was passiert bei Krankheit?
  • In welchen Fällen darf der Arbeitgeber den Arbeitnehmer während der Auszeit kontaktieren?
  • Welche Aufgabe, welche Funktion, welche Arbeitszeit, welcher Standort sind nach der Rückkehr vorgesehen?
  • Sonderfälle: vorzeitige Beendigung des Sabbaticals, Insolvenz, geänderter Einsatz, Kündigungsschutz, betriebsbedingte Kündigung, Abfindung?
  • im Internet kann man entsprechende Musterverträge finden



Wie gelingt der Wiedereinstieg am Arbeitsplatz?
Die Rückkehr an den Arbeitsplatz fällt nach so einer langen Pause oft sehr schwer. An den 8-Stundentag, den Lärm und die ganze Hektik muss man sich erst wieder gewöhnen! Muss man das? Was mache ich eigentlich hier?
Nach so viel Freiheit und neuen Erfahrungen versuche möglichst viel davon vor dem Alltag zu "retten". Aufgehängte Reise-Fotos, ein Tagebuch und Gespräche mit gleichgesinnten Freunden helfen dabei.




Welche Erfahrungen haben andere gemacht?
Buch Viele kommen mit mehr Gelassenheit und neuer Kraft zurück, anderen fällt der Wiedereinstieg schwer. Aussteiger berichten häufig von diesen Erfahrungen:
  • Die Vorbereitung war einfacher als gedacht
  • Am Anfang fiel es schwer von 100% runterzuschalten
  • Viel mehr Erholung und Abstand als bei einem normalen Urlaub
  • Neue Erfahrungen und unvergessliche Eindrücke
  • Während meiner Abwesenheit habe ich eigentlich nichts Wichtiges verpasst!
  • Sinnfragen nach der Rückkehr: Was passiert hier eigentlich? Warum nur die ganze Hektik?
  • Neue Sichtweisen und Prioritäten, mehr Überblick und eine neue Gelassenheit im Umgang mit anderen
  • Mehr Entscheidungsfreude: Was kann den wirklich Weltbewegendes geschehen?
  • Größere Aufgeschlossenheit für Neues und Veränderungen
Ratgeber Aussteigen Sabbatical

In der Ruhe liegt die Kraft
Wir sind immer wieder erstaunt, wie glücklich und zufrieden viele Menschen sind, auch wenn sie nur sehr wenig besitzen.

In Südostasien ist es sehr verbreitet, dass junge Männer einige Jahre im Kloster verbringen. Während dieser Zeit besitzen sie meist nur drei Dinge: einen Umhang, eine Schlafmatte und eine Reisschüssel. Badelatschen gehören schon zum Luxus. Der Tag wird mit Beten und Meditieren verbracht. Kein Fernseher, kein smartphone, kein mp3-Player, keine Statussymbole - dennoch sind sie zufrieden, freundlich, hilfsbereit. Wie kann das sein? Finde es heraus ...