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Reisen

"Viele verbinden einen Ausstieg mit Reisen"

Tipps


1. Reiseziel: Berücksichtige immer die Einreisebestimmungen, die aktuelle Sicherheitslage (siehe www.auswaertigesamt.de), die klimatischen Verhältnisse, die Lebenshaltungskosten, die Infrastruktur (Verkehrsmittel, Unterkünfte und Einkaufsmöglichkeiten), kulturelle und religiöse Besonderheiten (Gestik, Mimik, Kleiderordnung), gesundheitliche Aspekte und Deine Sprachkenntnisse. Das schönste Reiseziel kann zur Hölle werden, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist, nur Bahnhof versteht, von ein paar Trickdieben ausgeraubt wird und dann noch an einer Lebensmittelvergiftung erkrankt.




2. Reiseplanung: Einen ersten Überblick über Reiseregionen liefert am besten erst einmal ein Reiseführer. Gute Erfahrung bei Individualreisen machten wir bisher mit Reiseführern von Reise-Know-How, von Lonely-Planet und von Stefan Loose. Landkarten sind sehr hilfreich bei der Streckenplanung und manchmal besser in Deutschland als vor Ort erhältlich. Bei größeren Reisegebieten kaufe lieber einen Kartenatlas statt vieler teurer Einzelkarten. Bei einem Maßstab bis ca. 1:300.000 sind dann schon kleinere Straßen und oft sogar wichtige Wanderwege eingezeichnet. Brauchst Du für die Planung von Fahrradtouren und Wanderungen die Entfernungen und Höhenprofile, dann probiere mal diesen Tourenplaner aus!

Nimm Dir beim Reisen ausreichend Zeit und bleibe flexibel! Denn auch beim Reisen gilt: weniger ist mehr! Das gilt vor allem für das Gepäck! Meistens schleppt man viel zu viel mit. Dabei kann man leicht auch während einer Reise mal ein paar Sachen waschen oder notfalls nachkaufen. Langsames und leichtes Reisen schont die Nerven und den Geldbeutel. So manchen Super-Tipp bekommt man erst vor Ort. Du bist viel entspannter, siehst mehr und bekommst leichter Kontakt zu Einheimischen. Die intensivsten Erlebnisse hatten wir, wenn wir ein paar Tage an einem Ort waren und dort Menschen aus dem Land näher kennen gelernt haben. Manche dieser Begegnungen haben sich zu Freundschaften entwickelt.




handeln

3. Reisegeld: Geld in der Auslandswährung besorgt man sich oft besser erst im Reiseland, jedoch nicht am Flughafen. Frage in verschiedenen Banken nach dem Wechselkurs und den Wechselgebühren, es kann sich lohnen. Am besten Du fragst sogar ganz konkret, wie viel Du z.B. für 1000 Euro bekommst. Die Differenzen betragen manchmal bis zu 10%. Oftmals wirst Du Bargeld in der Landeswährung brauchen. Bewährt hat sich, nicht zu viele, aber ausreichend kleine Münzen und kleine Scheine im Portemonnaie zu haben für z.B. Lebensmitteleinkäufe (schützt vor Diebstahl, Marktfrauen "können oft nicht rausgeben"). Du solltest Dich möglichst schnell mit den Preisniveaus und den Gepflogenheiten des Handelns Deines Reiselandes vertraut machen. Statt Bargeld oder Reisechecks einzutauschen, kannst Du in den meisten Gegenden auch einfach Deine Kredit-Karten einsetzen und an einem Geldautomaten (möglichst bei einer Bank während der Öffnungszeiten) Geld abheben. Dafür solltest Du jedoch eine Kreditkarte verwenden, bei der alle Bargeldabhebungen am Bankautomaten weltweit kostenlos sind (s. Kapitel Geld sparen). Sonst werden nämlich saftige Gebühren berechnet. Man kann natürlich auch direkt mit der Karte zahlen, aber auch dann können zusätzliche Gebühren anfallen.




4. Reisekosten: Abhängig von Reiseziel, Reiseart, Reisezeit und -dauer, der Unterkunft und den Aktivitäten ergeben sich ganz unterschiedliche Reisekosten pro Person, wie nachfolgende Tabelle mit einigen Richtwerten lediglich exemplarisch veranschaulichen soll:

Verkehrsmittel Reiseziel Reisezeit/-dauer Unterkunft Verpflegung Aktivitäten Reisekosten/Tag
zu Fuß, Fahrrad Nahziel oder Niedriglohnland
z.B. Vietnam,
Bolivien
Nebensaison/
lang, geplant
wild Zelten
Couchsurfing
Selbstverpfl.
Garküchen
keine <10 Euro
Busse, Bahnen Campingplatz
Hostel
nur Frühstück  eigene 10-30 Euro
eigenes Auto
Leihwagen
Griechenland
Spanien
Hauptsaison Gasthaus all inclusive touristische Nebenziele 30-100 Euro
Billigflieger Charterflieger Fernziel oder Hochpreisland
z.B. Schweiz,
Norwegen, Japan
Weihnachts-ferien,
kurz, spontan
Hotel Vollpension touristische
Topattraktionen
100-300 Euro
Linienflugzeuge
Wohnmobil
Luxushotel Restaurants geführte
Touren
> 300 Euro

Preiswerter reist man generell zu zweit oder mehreren, da so z.B. Kosten für die Unterkunft oder das Mietauto geteilt werden können. Je nach Reiseplanung und Ansprüchen geben manche Urlauber 5000 Euro in zwei Wochen aus, andere reisen dafür ein ganzes Jahr! So gibt es viele Ansatzpunkte, für wenig Geld eine lange spannende Reise zu machen ...




5. Kontakte: Um Kontakt zu Familie und Freunden zu halten, sind lokale Telefonkarten und natürlich das Internet geeignet. Internetzugang kriegt man fast überall; nicht nur in Internet-Cafe´s, sondern auch mit dem eigenen Smartphone oder Tablet über WLAN/WiFi kostenlos in vielen Unterkünften, Restaurants, Cafe´s, Büchereien, Gästeämtern und anderen öffentlichen Einrichtungen. Mit Skype ist das Telefonieren weltweit kostenlos und die Telefonpartner können sich bzw. die Umgebung des anderen über eine Webcam sehen. Um auch fern der Heimat die aktuelle Nachrichtenlage zu erfahren, nutzen wir tagesschau.de. Dort gibt es nicht nur die wichtigsten Kurzmeldungen, sondern auch die Möglichkeit, sich ganze Nachrichten-Sendungen anzuschauen.

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Wenn Du außer Englisch zumindest die wichtigsten Redewendungen in der Landessprache beherrschst, wirst Du viel leichter Kontakt bekommen und große Freundlichkeit erleben. Sehr hilfreich und ein tolles kleines Geschenk sind "Bild-Wörterbücher" mit Bildern zu allen Lebensbereichen. Mit ihnen kannst Du Dich selbst am "Ende der Welt" verständlich zu machen (z.B. Langenscheidt Ohne-Wörter-Buch: 600 Zeigebilder für Weltenbummler). Der Rest geht mit Geduld und Lächeln, mit Händen und Füßen ...




6. Reiseerinnerungen: Mit eindrucksvollen Fotos wirst Du jede Reise in lebhafter Erinnerung behalten und Deine Freunde begeistern. Von der kleinen Handy-Kamera bis zur professionellen Spiegelreflexkamera gibt es unzählige Produkte, die sich jedoch stark unterscheiden in Fotoqualität, Einsatzbereich, Größe, Gewicht und Preis. Deshalb entscheiden sich viele erfahrene Weltenbummler anstatt für eine teure Spiegelreflexkamera mit vielen Wechselobjektiven für eine sogenannte Bridgekamera, also eine hochauflösende Digitalkamera mit einem großen Zoombereich und einem schwenkbaren Display. Wer viel Wert darauf legt, schöne Reisefotos zu machen und nicht nur ein paar Erinnerungsfotos zu knipsen, der sollte sich auch die Anschaffung eines UV-Filters für seine Kamera überlegen. Dieser sperrt ultraviolettes Licht und verhindert so Unschärfe oder einen unschönen Blaustich. Solch ein Filter ist vielleicht nicht ganz günstig, aber im Internet kann man gute Angebote wie zum Beispiel auf enjoyyourcamera.com finden. Da der Filter zugleich die Objektivlinse vor Spritzwasser, Schmutz und Stößen schützt und auch dauerhaft auf dem Objektiv angebracht sein kann, ist diese Investition unter Umständen doppelt hilfreich, da nicht nur die Bilder schöner werden, sondern der Ersatz des UV-Filters im Falle eines Unglücks auch deutlich günstiger ist.

Zu den Fotos gehören natürlich die Geschichten. Diese kannst Du klassisch auf Papier festhalten oder auf einer eigenen Reisehomepage in Form eines Reise-Tagebuchs (Blogs). So können Deine Familie und Freunde direkt an Deinen Erlebnissen teilhaben. Kinderleicht und völlig kostenlos lässt sich so eine Seite z.B. mit Google-Blogger erstellen. Damit kannst auch Du ohne spezielle Kenntnisse und Programme eine eigene ganz individuelle Homepage erstellen und mit Fotos und Berichten aktualisieren (von jedem Ort mit Internetzugang). Probier´s mal aus! Zur einfachen Bearbeitung und Speicherung von Fotos empfehlen wir die kostenlosen Programme IrfanView und Picasa.

Ratgeber Aussteigen Sabbatical

Kängurus kennen keine Zelte
In den National Parks Australiens gibt es einfache Camps. Kängurus lungern dösend auf der Campingwiese. Ihre Kinder, die Joeys, krabbeln in Mutters Beutel hinein und hinaus und hüpfen munter herum.

Morgens im Zelt liegend hören wir das typische DONG-DONG-DONG springender Kängurus. Plötzlich bebt unser kleines Zelt. Ein Känguru stolperte über die Zeltleine. Das zweite hinterher - noch ein Beben. Ist doch völlig klar, die Kängurus kennen nur noch Wohnmobile und nicht mehr solche exotischen Übernachtungstextilien.