Planung

„Es ist besser, man plant - aber nicht zu viel. Es kommt sowieso oft ganz anders!"

Der Zeitpunkt, die Dauer des Aussteigens und die Finanzierung muss sorgfältig geplant werden. Eine so weitreichende Entscheidung spontan aus einer Bierlaune, aus Frust oder einer verzweifelten Lage heraus zu treffen, ist wenig ratsam. 

Was willst Du mit der neu gewonnenen Freiheit anfangen? Möchtest Du die Zeit für Deine Hobbys nutzen, Dich sozial engagieren, auswandern oder zu einer großen Weltreise aufbrechen? Faulenzen allein ist auf Dauer nicht befriedigend! Wie finanzierst Du die Zeit? Verkaufst Du Dein Auto und kündigst die Wohnung? Was passiert mit den Sozialversicherungen? Die Antworten auf all diese Fragen hängen natürlich von Deinen ganz persönlichen Umständen und Deinen Zielen ab. Und manche Dinge ergeben sich einfach!


Tipps


1. Abschied: Hinterlasse keine "offenen Baustellen" bzw. "offene Rechnungen", die Dich nach dem Aussteigen oder ggf. nach einer Rückkehr belasten könnten. Das gilt für Deine Arbeitsstelle genauso wie für Deinen Bekanntenkreis. Ein positiver Abschied ist sehr wichtig!

2. Umstellung: Trauere nicht dem Geld hinterher, dass Du während der Zeit Deines Ausstieges hättest verdienen können! Es gibt Wichtigeres, das wissen wir alle .... (in der Theorie).

3. Vorbereitung: Es gibt so viel zu bedenken und vorzubereiten. Hoffentlich helfen Dir auch unsere Tipps im Kapitel >Checklisten!

4. Absicherung: Sehr wichtig ist auch das Thema >Versicherungen!

5. Rückkehr: Wenn Du Deinen Ausstieg zeitlich befristest, um z.B. im Rahmen eines einjährigen Sabbaticals eine große Reise zu machen, dann denke auch an Deine Rückkehr. Wie wird es sein? Nicht nur Du wirst Dich in dieser Zeit sehr verändern und neue Sichtweisen entwickeln, auch in Deinem beruflichen und privaten Umfeld kann in in einem Jahr viel passieren - oder auch  nicht. Viele kommen mit mehr Gelassenheit und neuer Kraft zurück, anderen fällt der Wiedereinstieg schwer. An die Hektik, den Lärm und die Gleichförmigkeit im Tagesablauf kann und will man sich nicht so leicht gewöhnen. Vielleicht ist diese Erfahrung der Auslöser, die nächste Auszeit zu planen oder etwas ganz Neues anzufangen ...

6. Kündigung: Dieser Schritt ist besonders schwer, denn wer gibt schon gerne die gewohnte Sicherheit auf. Schon bei der Wahl des Austrittstermin gibt es einiges zu beachten (Kündigungsfrist, Urlaubsanspruch, persönliche und steuerliche Gesichtspunkte). Wenn Du z.B. im Sommer aufhörst zu arbeiten, bekommst Du nach der nächsten Einkommensteuererklärung einiges an Steuern zurückerstattet, da Dein Jahreseinkommen nur etwa halb so hoch ausfällt. Deine Kündigung wird sich sehr schnell im Kollegen- und Bekanntenkreis herumsprechen und viele Fragen oder Gerüchte nach sich ziehen. Außerdem musst Du spätestens drei Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses das Arbeitsamt (Bundesagentur für Arbeit) informieren, um eventuelle Ansprüche auf Arbeitslosengeld I geltend machen zu können. Nach einer üblichen Sperrfrist von drei Monaten (wegen Eigenkündigung) kannst Du dann abhängig von Alter, Versicherungsdauer und  evtl. Restansprüchen Arbeitslosengeld für 6 bis 18 Monate erhalten, vorrausgesetzt du stehst dem Arbeitsmarkt auch tatsächlich zur Verfügung! Befindest Du Dich jedoch auf einer Reise, ist dies nicht der Fall! Und nach der Rückkehr von dieser Reise besteht nur dann ein Anspruch, wenn du in den letzten 24 Monaten mindestens 12 Monate lang Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt hast.  Sobald Du aber nach dem Job länger als ein Jahr auf Reisen bist, hast Du automatisch die Ansprüche aus Deinen früheren Beitragszahlungen verloren! (... es sei denn, Du hast direkt vor der Reise mindestens einen Tag Arbeitslosengeld I bezogen und nach der Reise noch "Restansprüche"). Da dieses Thema komplex ist mit vielen Sonderregelungen und laufenden Änderungen, sollte man sich immer frühzeitig und aktuell unter -> www.arbeitsagentur.de  und auch noch persönlich informieren.

 

 Kurzgeschichte


Eine von vielen tollen Begegnungen

 

Sandflies und nettere Nachbarn
Am See des neuseeländischen Mini-Ortes St. Arnaud zu campieren, könnte traumhaft sein. Doch die lästigen Blutsauger, die Sandflies, verhindern jede aufkeimende Romantik. Glücklicherweise ist es sowieso oft kühl, so dass die Ganzkörper-Schutzkleidung nicht zur Privatsauna ausartet. Wir versichern Dir, das schweißt die Menschen zusammen. So lernten wir eine Familie aus Christchurch kennen, die hier Urlaub machten und uns spontan zu sich nach Hause einlud. Einige Wochen später besuchten wir sie und verbrachten herzliche und lustige Tage miteinander. Zweieinhalb Jahre später besuchten wir sie ein zweites Mal. „Schön, dass Ihr da seid. Hier steht etwas zu essen für Euch, das Bett haben wir hergerichtet. Sorry, wir haben heute Abend was vor. Aber Ihr kennt Euch ja aus. Tschüs bis Morgen früh.“  Einige Tage später rief Jeremy seinen Freund an, der mit seiner Familie bei Melbourne in Australien wohnt, und kündigte an, dass zwei verrückte Deutsche per Rad kommen und, dass die ganz in Ordnung und sehr sauber sind.
   

(Mittlerweile hat uns diese und eine weitere neuseeländische Familie auch schon in Deutschland besucht)