|
Sabbatical und andere Möglichkeiten „Viele Menschen verschieben die Erfüllung ihrer Träume auf später, auf eine Zeit im Rentenalter." |
![]() |
|
Beruflicher Erfolg hat für die meisten Menschen eine hohe Priorität. Der Preis, den wir für Anerkennung und guten Verdienst zahlen, heißt in der Regel stets steigender Arbeitsdruck und permanenter Zeitmangel. Gesundheitliche Probleme, soziale Isolation und Schwierigkeiten in der Familie können die Folge sein. Keiner kann von heute auf morgen aus seiner Haut, jedoch kann die Änderung der Rahmenbedingungen schon bald zu mehr Lebensqualität verhelfen. Je nach Lebensalter und -situation ergeben sich ganz unterschiedliche Möglichkeiten, aus dem normalen Trott auszusteigen.
|
|
A)
Schüler/Auszubildende/Studenten Denke unbedingt daran, dass Dich spätere Arbeitgeber nach Lücken im Lebenslauf fragen werden. Wenn Du in dieser Zeit (maximal ein Jahr) etwas "Nützliches" gemacht hast, kann das sogar positiv bewertet werden. Reine Erholungsphasen (Schillen) oder längere Lücken ergeben schnell den Eindruck von Trägheit und/oder Ziellosigkeit. Wir sind mit 29 das erste Mal "ausgestiegen", um zwischen Studium und Berufseinstieg für drei Monate Neuseeland zu bereisen. Es war nicht ganz einfach, dies dem Arbeitgeber zu erklären. Wir haben es gemacht und nie bereut. B)
Berufstätige 2. Teilzeitarbeit und Zeitkonten: Viele Arbeitnehmer haben seit 2001 (Gesetz über Teilzeitarbeit) im Normalfall einen Anspruch auf Teilzeit! Voraussetzungen: Arbeitsverhältnis besteht länger als 6 Monate, mehr als 15 feste Mitarbeiter im Betrieb, Beantragung mindestens 3 Monate vor geplanter Umstellung. Wenn keine betrieblichen Gründe dagegen stehen, muss der Arbeitgeber zustimmen. Die häufigste Form ist sicherlich die Reduzierung der täglichen Arbeitszeit. Aber auch ganze freie Tage können vereinbart werden. Beim sogenannten Jobsharing wird eine Stelle auf mehrere Personen aufgeteilt, so dass ganze freie Wochen oder Monate möglich sind. Auch eine variable Teilzeitarbeit ist möglich. Je nach Auftragslage wird in Vollzeit oder gar nicht gearbeitet. Bei einem anderen Modell wird unverändert in Vollzeit gearbeitet, aber nur Teilzeit bezahlt. Die Differenz wird angespart als Zeit- oder Geldguthaben auf einem "Langzeitkonto". So werden längere Urlaubsphasen, Sabbatical-Zeiten oder sogar der vorzeitige Ruhestand möglich. Das Teilzeitgehalt wird dabei jeweils weitergezahlt. In größeren Betrieben gibt es bereits Arbeitszeitkonten als Kann-Regelung. Wer kann und möchte, arbeitet mehr als er eigentlich per Vertrag müsste. Diese Mehrarbeit kann man auf einem Arbeitszeit-Konto ansparen und je nach Bedarf wieder abbuchen. 3. Telearbeit: Arbeiten am eigenen Schreibtisch zuhause klingt verlockend, kommt aber noch relativ selten vor, obwohl diese Arbeitsform mindestens bei Büroberufen Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bedeuten kann. Also einfach mit dem Chef über diese Möglichkeit reden. Eine Mischform aus Arbeit in der Firma und Arbeit von zu Hause aus könnten Vorbehalte ausräumen, da eine regelmäßige Integration im Betrieb und der soziale Kontakt zu Kollegen erhalten bleiben. Die moderne Kommunikationsmittel unserer Zeit machen Telearbeit auf jeden Fall ohne weiteres möglich. 4. Altersteilzeit: Altersteilzeit macht es Arbeitnehmern über 55 möglich, ihre wöchentliche Arbeitszeit bis zum Ruhestand schrittweise zu reduzieren. Das führt zwar einerseits zu Einkommens- und Renteneinbußen, andererseits aber auch zu einem deutlich früheren Ausstieg aus dem aktiven Berufsleben. Und wer sich die finanziellen Einbußen einmal durchrechnen lässt, wird vielleicht feststellen, dass diese sogar vertretbar sind. Die Blockaltersteilzeit kommt am häufigsten vor. Der Arbeitnehmer arbeitet in der ersten Hälfte der Altersteilzeit weiter in Vollzeit, erhält aber nur das reduzierte Gehalt. Dafür arbeitet er in der zweiten Hälfte überhaupt nicht mehr. Das Altersteilzeit-Gehalt läuft natürlich auch weiter. Eine Reduzierung der Arbeitszeit um 50%, tage-, wochen- oder monatsweise ist ebenfalls eine Vereinbarungsmöglichkeit. Jetzt musst Du nur noch Deinen Chef überzeugen: Informiere Dich zuerst nach den gesetzlichen und betrieblichen Regelungen. Der Betriebsrat kann Dir sicher dabei helfen. Überlege, welcher Zeitraum für Dich aber ebenso für die Firma günstig wäre und welche Vorteile sich für beide Seiten bieten könnten (neue Motivation, persönliche Weiterentwicklung, Überbrückung eines Auftragslochs, positives Firmenimage als moderner Arbeitgeber, ...). Vereinbare einen günstigen Termin für ein persönliches Gespräch. Der Chef sollte nicht gerade im Stress, sondern gut drauf sein. Schildere ihm die Vorteile und mache auch gleich Vorschläge für die organisatorische Umsetzung (Vertretung, Überstundenabbau nach Projektabschluss, ...). Lass ihm Zeit für eine Entscheidung. Vielleicht kommt er ja auch auf die Idee, selbst mal eine Auszeit zu nehmen. Denn keiner ist unersetzlich und immer mehr begreifen, dass Job und Karriere nicht Alles sind im Leben. 5.
Kündigung Ausführliche Informationen zu allen arbeitsrechtlichen Themen wie z.B. Sabbatical, Arbeitszeitmodellen, Kündigung, ... findest Du unter www.arbeitsratgeber.com .
|
|
Kurzgeschichte |
|
Heute
schon gelebt?
|