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Geld verdienen als Aussteiger

"Sei kein armer Hund"

Das Geld liegt leider nicht auf der Straße und nicht jeder kann von Ersparnissen und Zinsen leben!

Woher also soll das Geld kommen, wenn man kein ausreichendes regelmäßiges Einkommen mehr hat? Wovon leben alle die Aussteiger, die teilweise schon seit Jahren um die Welt reisen und auch ohne festen Job gut auskommen?

Die meisten Menschen in Deutschland können durch die Wahl ihrer Ausbildung und ihres Berufes und durch ihre Leistung das Gehalt in einem gewissen Rahmen selbst bestimmen. Ein Taxi-Fahrer verdient nun mal deutlich weniger, als jemand, der Flugzeuge konstruiert oder Herzoperationen durchführt.

Aber auch für Lebenskünstler gibt es viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen, doch nicht nur in Deutschland existieren dafür strenge Regeln, um Steuerbetrug, Schwarzarbeit und andere illegale Beschäftigungen zu verhindern.

Tipps


1. Arbeitserlaubnis: Bevor Du Dich für eine bestimmte Art des Gelderwerbs entscheidest, erkundige Dich über die rechtlichen Bestimmungen. Mal ebenwo in der Fußgängerzone Glühwein verkaufen oder dort Gitarre spielen, kann schnell viel Ärger bringen. Auch bei anderen Erwerbstätigkeiten interessieren sich evtl. das Finanzamt, das Arbeitsamt, das Gesundheitsamt, das Gewerbeaufsichtsamt, die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer, die Krankenkasse und die Rentenversicherungsanstalt für die Art Deiner Arbeit und Deine Einkünfte. Und auch im  Ausland gibt es bei der "falschen Geschäftsidee" teilweise drastische Strafen, die von sofortiger Ausweisung bis hin zu langjährigen Gefängnisstrafen reichen!




2. Möglichkeiten*: Die nachfolgende Tabelle zeigt einige typische Beispiele für Verdienstmöglichkeiten von Aussteigern. Ist es nicht interessant, auf welche verschiedene Arten der Lebensunterhalt bestritten werden kann?


Tätigkeit Vorteile Nachteile Bemerkung
Straßenkunst
(z.B. Musik, Theater)
zeitlich/örtlich flexibel,
kreativ
viele Konkurrenten,
meist geringer Verdienst,
soziale Absicherung?
 
Straßenverkauf
(z.B. Schmuck)
Malen, Töpfern, Schneidern
Mitarbeit in Restaurants/Bars/Hotels, Backpacker-Unterkünften oder Alpenvereinshütten gesichertes Einkommen,
hoher Bedarf
feste Arbeitszeiten,
oft saisonal
 
Lehren/Unterrichten:
(z.B. Reise-Vorträge, Nachhilfe, Stadt-und Museumsführungen, Wanderführer, Sprach/EDV-Kurse, Musikunterricht, MTB-, Canyoning-, Rafting-Guide, Tandemflüge, Segel-, Surf-, Kite-,Tauch- und Skikurse)
hoher Bedarf,
abwechslungsreich
oft nur einzelne Stunden,
stark saisonal/regional
oft geringfügig beschäftigt
oder freiberuflich
Hausmeister, Zeitungsbote, Aushilfskraft in Büros, im Verkauf, im Lager, an Kassen,  Bergbahnen, Skiliften ...   oft nur einzelne Stunden  
Betreuen von
Kindern oder Älteren
soziale Kontakte   z.B. Au Pair-Einsätze, Babysitter,
Einkaufs- und Putzhilfe
Erntehilfe hoher Bedarf nur saisonal/regional,
oft körperlich anstrengend
z.B. in Australien und Neuseeland
Animation und Reiseleitung
(z.B. in Hotels/Reisebüros,
auf Kreuzfahrtschiffen)
hoher Bedarf,
gesichertes Einkommen,
geregeltes Arbeitsverhältnis
nur saisonal/regional Kinderbetreuung,
Tanz, Sport und Spiele,
Betreuung Reisegruppen
Überführen von Fahrzeugen,
Bewohnen von Häusern,
(Wohnmobile, Mietautos, Yachten, Housesitting USA)
netter Job sehr speziell,
viel Glück erforderlich
 
(Aushilfs-)fahrer bei Taxi-, Bus- und Kurierbetrieben nur Führerschein erforderlich oft Termindruck
viel im Auto sitzend
 
Internetspezialist
(z.B. eigener Shop, Beratung, Webdesign)
nur PC erforderlich,
zeitlich/örtlich flexibel,
relativ wenig Aufwand
viel Konkurrenz,
höhere Einnahmen oft erst nach einigen Jahren
siehe Geld verdienen im Internet
Ausrüstungs-Verleih
(z.B. Fahrräder, Surfbretter, Kajaks, Tretboote, Quads, Motorroller, Liegestühle)
eigenes Geschäft nur regional/saisonal,
Eigenkapital und teilweise Personal erforderlich,
Insolvenzgefahr
 
Betrieb einer Strandbar, eines Gasthauses oder
einer Jugendherberge
Anbau und Verkauf von
Obst, Gemüse, Wein
sonstige Dienstleistungs-Nischen (z.B. Biergarten, Brot/Bier/Käse/Wurst aus der Heimat für Nicht-einheimische im Ausland)

3. Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland*: Als Beamter oder Angestellter/Arbeiter hat man neben einem geregelten Einkommen, guter sozialer Absicherung auch den Vorteil, das SV(Sozialversicherungs)-Beiträge und Steuern automatisch vom Arbeitgeber abgeführt werden, ohne dass man sich selbst darum kümmern muss. Außerdem gibt es mit Gewerkschaften, Betriebs- bzw. Personalräten starke Interessenvertreter, die sich unter anderen für Gehaltssteigerungen und bessere Arbeitsbedingungen einsetzen. Ab einem Alter über 40 wird es oft schwer, eine Festanstellung zu bekommen.

Viele Aussteiger jedoch wollen flexibel und unabhängig sein und arbeiten deshalb als Selbstständige bzw. als Freiberufler. Dafür müssen sie sich selbst um ausreichend Aufträge bzw. Kunden bemühen, das Krankheitsrisiko und erforderliche Investitionen alleine tragen und sich selbst um rechtliche, steuerliche und versicherungstechnische Angelegenheiten kümmern. Dafür spielt das Alter keine Rolle mehr, denn man wird zum "eigenen Chef". Manche sind mit einer guten Geschäftsidee (Bratwurstkönig von Mallorca, Erfinder von google, ebay, Facebook, booking.com ...) reich geworden, andere haben viel verloren ...

Und in anderen Ländern gelten wieder ganz andere Gesetze und Bestimmungen. Als Aussteiger Geld zu verdienen ist also nicht ganz einfach, aber man kann sich dank Internet überall schnell "schlau machen".


Gruppe Vorteile* Nachteile* Bemerkung*
Beamte geregeltes Einkommen mit vielen Zulagen, quasi unkündbar, keine Pflege-/Renten-/ Arbeitslosen-versicherung erforderlich,
Krankenversicherung zahlt zu ca. 50% der Staat, hohe Pensionen, bei Krankheit unbefrist. Lohnfortzahlung,
Sabbaticals oft möglich
meist feste Arbeitszeiten,
begrenzter Urlaub,
weisungsgebundenes Arbeiten,
Nebenjobs müssen vom Arbeitgeber genehmigt werden
Beamtenbeihilfe,
Privatpatienten-Status bereits nach fünfjähriger Dienstzeit besteht Anspruch auf eine Mindestpension (Rente) von 1365 Euro,
durchschnittliches Pensionsniveau: ca. 72% des letzten Arbeitsgehaltes
Angestellte/Arbeiter:

-Vollzeit/Teilzeit
-befristet/unbefristet
-Auszubildende
-Leiharbeit


-geringfügig


-kurzfristig
regelmäßiges Einkommen
oft nach Tarif, begrenzter Kündigungsschutz,
Kranken-/Pflege-/Renten-/ Arbeitslosenversicherung
wird zu ca. 50% vom Arbeitgeber bezahlt, bei Krankheit Lohnfortzahlung bis zu vier Wochen
durchschnittliches Rentenniveau: ca. 48% des letzten Arbeitsgehaltes,
evtl. zusätzliche Betriebsrente
sehr flexibel,
keine Lohnsteuer,
keine SV-Beiträge
max. 450 Euro/Monat sogenannte Mini-Jobs,
pauschale Abgaben werden vom Arbeitgeber gezahlt
sehr flexibel,
keine SV-Beiträge
max. 50 Tage/Jahr ideal für Schüler, Studenten, Hausfrauen, Rentner
Selbstständige/
Freiberufler
selbstbestimmtes Arbeiten,
flexible Zeiteinteilung,
viele Ausgaben können
steuerlich abgesetzt werden
schwankende Einkommen (Auftrages/kundenabhängig),
alle Investitionen und
(Sozial-)versicherungs-beiträge müssen komplett selbst bezahlt werden,
viele Bestimmungen
bei Gewinn
bis 17.500 Euro/Jahr gilt Kleinunternehmerregelung,
bis 5400 Euro/Jahr oft keine oder geringe SV-Beiträge
Ehrenamtliche
(gemeinnützige Vereine,  Naturschutz- und Hilfs-Organisationen)
Aufwandsentschädigungen
bis zu 2400 Euro/Jahr
sind meist abgabenfrei
keine oder geringe
Einkünfte
siehe "Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale"
Rentner/Pensionäre viel Freizeit,
mind. Grundsicherung
391 Euro/Monat netto
Umgewöhnung von der regelmäßigen Arbeit in den Ruhestand Rente zukünftig erst mit 67
Arbeitslose Arbeitslosengeld I
ca. 60% vom letzten Gehalt,
für max. 6 -24 Monate,
Zuverdienst max.
165 Euro/Monat,
viel Freizeit
begrenztes Einkommen,
ständige Verfügbarkeit,
auf Dauer für Viele
absolut unbefriedigend,
Gefahr der Langzeitarbeitslosigkeit
und des "sozialen Abstiegs",
Leben auf Kosten anderer
nur bei ausreichender Beitragszahlung in die Arbeitslosenversicherung und nach evtl. Sperrfrist bei Eigenkündigung
danach Arbeitslosengeld II,
391 Euro/Monat netto
plus Mietkosten,
viel Freizeit
Grundsicherung nach
Hartz IV

*alle Angaben ohne Gewähr...

4. Jobsuche: Die meisten klassischen Jobs werden auch auf dem klassischen Weg gefunden, dass heißt über Stellenangebote in Zeitungen, Fachzeitschriften, im Internet oder über Arbeitsagenturen. Nach einer aussagekräftigen Bewerbung folgen Vorstellungsgespräch und hoffentlich eine Einstellung. Als Aussteiger kann es auf diesem Weg jedoch schwierig sein, insbesondere wenn bereits ein untypischer Lebenslauf, besondere Erwartungen oder ein Alter über 40 hinzukommen.

Es gibt aber auch offene Stellen, die gar nicht in der Zeitung stehen, obwohl händeringend Personal gesucht wird (Beispiel Gastronomie, Skilehrer). Diese Jobs bekommt man dehalb nur über das direkte persönliche Nachfragen, eine Initiativbewerbung oder über Kontakte/Beziehungen.

Egal welchen Weg Du wählst; das wichtigste ist ein "gesunder Menschenverstand", etwas Selbstvertrauen und die Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren und zu lernen. Auch sollte man beharrlich mehrere Male nachfragen, denn das zeigt ernstes Interesse an einer Stelle und manchmal ergibt sich dadurch später eine Einsatzmöglichkeit. So sind auch wir zu unseren neuen Nebenjobs gekommen. Wir haben früher nie geklettert und arbeiten heute mit 56 Jahren als Trainer in einem Kletterwald, wir haben keine Skilehrer-Ausbildung und jobben im Winter als Skilehrer, wir hatten wenig Ahnung vom Internet und erstellen heute Webseiten ...

Oft zählen persönliche Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Eigeninitiative, Flexibilität, Teamfähigkeit, Kreativität viel mehr als irgend ein altes Zeugnis.

Ratgeber Aussteigen Sabbatical

Work and Travel
Viele Weltenbummler verbinden Arbeiten und Reisen. Die Arbeit wird bezahlt oder mit freier Unterkunft, Verpflegung und einem Taschengeld (z.B. Au pair, WOOF) verrechnet.

Australiens Farmer sind auf Saison-Arbeitskräfte angewiesen. Statt eines Bewerbungsgespräches wurden wir zum Abendessen mit Hausmusik eingeladen und daraufhin ein paar Tage auf der Apfelplantage eingesetzt. Der Farmer verriet uns, dass ihm deutsche Arbeiter am liebsten sind, es folgen Skandinavier und Niederländer, dann lange keine anderen.
" und wer hätte das gedacht, dass Arbeit so viel Freude macht ..."