Entscheidung

„Eines Tages wirst Du Dich entscheiden müssen, für Käfig oder Freiheit, für das, was immer war oder für das, was Du sonst noch alles entdecken kannst."
Zitat K. Allert-Wybranietz

Immer mehr Menschen denken übers Aussteigen nach, weil sie sich mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys wünschen,  sich beruflich ausgebrannt fühlen oder einfach etwas ganz anderes machen wollen. Dabei kann Aussteigen vielfältige Formen haben und muss nicht das Ende der Karriere oder der Berufstätigkeit bedeuten. Schon das Ändern von bestimmten Verhaltensweisen oder Lebensformen ist eine Art des Ausstiegs aus dem gewohnten Alltag. 

Vom ersten Gedanken, das eigene Leben umzukrempeln, bis zu der Entscheidung, es wirklich zu tun, ist es oft ein  langer Weg. Nicht selten aber drängen Körper und Seele, die jetzige Lebenssituation grundlegend zu ändern. 

Leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu leben? Die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens stellt sich genauso wie die Frage "Was kann und werde ich gewinnen und wovon muss ich mich verabschieden?" Der Mensch strebt nach Sicherheit. Gibt es die überhaupt? Was ist uns denn wirklich sicher? Die Arbeitsstelle, unsere Gesundheit, die Partnerin/der Partner ... der einzelne Mensch sich selbst? Was ist mir wirklich wichtig? Was fehlt mir am meisten? Fragen ohne eindeutige Antworten ...


Tipps

1. Selbstanalyse: Kläre für Dich die Frage, was genau Du in Deinem jetzigen Leben ändern willst. Mach Dir eine Liste mit positiven und negativen Gesichtspunkten Deiner jetzigen Lebenssituation. Etwas Neues machen bedeutet immer auch Abschied nehmen. 

2. Gespräche: Sprich mit guten Freunden, aber rechne mit anfangs sehr unterschiedlichen Reaktionen! Von Skepsis, Neid, Ablehnung bis Begeisterung wirst Du alles erleben. "Aussteigen? Anders leben? Eine Auszeit? Schon mit 50 in Rente? Auswandern? Etwas verändern?" Die Liste möglicher Bedenken ist lang: "Allein ohne Partner geht das nicht, mit dem Partner geht das nicht, mit Kindern* geht das nicht, ohne sehr viel Geld geht das nicht, mit dem Beruf/der Firma geht das nicht, in dem Alter geht das nicht, ... " Das haben wir schon so oft gehört. Viele Beispiele zeigen, dass es geht. Nur eines steht fest: Man muss es wirklich wollen!  

*Eigene Kinder sind für die meisten erst einmal ein Grund, den Gedanken an einen Ausstieg aus dem gewohnten „normalen“ Leben gleich wieder zu verwerfen. Dabei gibt es Familien, die selbst mit jüngeren, auch schulpflichtigen Kindern nach Lebensalternativen suchen, die "anders leben", auswandern oder eine lange Reise machen. Es gibt so viele Möglichkeiten ... (siehe >Literatur oder www.hudsonfamily.ch).

3. Vorsicht: Damit der Ausstieg nicht zum Abstieg wird: "Was kann ein Aussteigen schlimmstenfalls zur Folge haben (siehe >Risiken)?"

4. Probezeit: Manchmal ist ein zeitlich befristetes Aussteigen eine gute Möglichkeit zum Ausprobieren. Dann kannst Du herausfinden, ob Dein Traum wirklich so traumhaft ist, wie Du ihn Dir vorstellst - bevor Du gleich sehr viel für ihn aufgibst. So kannst Du zum "Ausprobieren und Erfühlen" etliche kleine Schritte machen: ernsthaft sparen und als berufliche Auszeit einen langen Urlaub machen, indem Du zwei Jahresurlaube zusammenlegst. Da über Weihnachten/ Neujahr viele Firmen schließen, fällt so ein längeres Fehlen oft gar nicht so auf.  Viele (größere) Firmen zeigen sich mittlerweile aus unterschiedlichen Gründen aufgeschlossen und bieten verschiedene >Möglichkeiten (Arbeitszeitmodelle) wie Lebensarbeitszeitkonten, (Alters-) Teilzeit und Sabbaticals, vorausgesetzt, dass frühzeitig darüber gesprochen wird. Dann nämlich kann in Ruhe die Vertretung bzw. ein Nachfolger gesucht und eingearbeitet werden. Wenn Du mit dem Gedanken spielst, auszuwandern, dann schau Dir das Land vorher genau an und besorge Dir alle wichtigen Informationen. 

5. Entscheidung: Kommst Du bei Deinen Überlegungen zu dem Schluss, dass Du mit Deiner jetzigen Lebensgestaltung doch ganz zufrieden bist, freuen wir uns mit Dir. Es müssen ja nicht alle aussteigen!
 Wenn Du Dein Leben (Du hast nur eines) jedoch grundlegend ändern willst oder einfach mal etwas ganz anderes machen willst, dann wünschen wir Dir den Mut, es zu wagen ...

"Die größte Entscheidung Deines Lebens liegt darin, dass Du Dein Leben ändern kannst, indem Du Deine Geisteshaltung änderst."
Zitat Albert Einstein

Kurzgeschichte


Gut geschlafen?

Friedhofsruhe
Nur ein paar Leute, die ihre Hunde abends und morgens spazieren führen? Und einen Picknick-Tisch mit Bänken sowie Toiletten gibt es auch? Also, ein idealer Platz für uns für eine Nacht. Erst improvisiert Schweiß und Staub abduschen, kochen und essen und später das Zelt in der Dämmerung günstig platzieren.
Erprobte Routine. Längst lagen wir schlafend im Zelt, als Autos vorfuhren, Türen klappten und Stimmen zu hören waren. Das alles mehrfach und immer lauter. Mist, nimmt das kein Ende? Die Entscheidung fiel um Mitternacht- wir hauen hier ab. Als die Luft gerade rein war, packten wir im Schein der Stirnlampen ruck zuck zusammen und radelten los. Sobald sich Autos näherten, löschten wir das Licht. Wenige Kilometer entfernt entdeckten wir eine frisch gemähte Anhöhe, die von der Straße nicht einsehbar war. Schnell rauf, gut, ein ebenes Plätzchen gibt es auch. Das Zelt steht, nichts wie rein und den Puls auf Einschlafniveau überreden. Welch friedlicher Schlaf wurde uns zu Teil! Im ersten Morgengrauen standen wir auf. So was, direkt hinter dem Zelt trennte uns der Zaun vom Friedhof.

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